Bauen mit Holz in Deutschland

Das Bauen mit Holz gewinnt zunehmend an Bedeutung. Manche Menschen denken bei Holzgebäuden in erster Linie an eine schwedische Blockhaushütte. Vielen Gebäuden sieht man es heute nicht mehr an, dass sie zum überwiegenden Teil aus dem Werkstoff Holz bestehen. Die Holzbauquote in Deutschland zeigt auf, wieviele Gebäude überwiegend aus Holz jährlich errichtet werden. 

Die Holzbauquote 2018 beträgt bei den Ein- und Zweifamilienhäusern 20,3 %, bei den Mehrfamilienhäusern 3,2 % und bei den Nichtwohngebäuden 17,8 %. Insgesamt beträgt die Holzbauquote bezogen auf alle Gebäude 17,8 % und ist damit gegenüber den Vorjahren leicht gestiegen. Die Quoten beziehen sich auf die Anzahl der überwiegend mit Holz genehmigten Gebäude.

Nachhaltige Gebäude, nachwachsende Baustoffe und eine energieeffiziente Bauweise spielen eine zunehmend wichtigere Rolle. Hinzu kommt, dass der Mangel an bezahlbaren Wohnungen nach wie vor groß ist. In Deutschlands Großstädten besteht ein riesiges Potenzial durch Aufstockungen. Für die innerstädtische Nachverdichtung in Form von Aufstockungen und Lückenschließungen eignet sich die Holzbauweise besonders gut. Sie ist vergleichsweise schnell und flexibel. Aufstockungen in Holzbauweise sind vergleichsweise leicht und ermöglichen, auch bei geringen statischen Reserven des Gebäudes, die Erweiterung des Wohnraumes.

Im Süden Deutschlands wird traditionell mehr mit Holz gebaut. Der nachhaltige Baustoff ist aber in ganz Deutschland und in Baubereichen auf dem Vormarsch. Gerade in Berlin gibt es jedoch großen Nachholbedarf, aber auch enormes Interesse am Bauen mit Holz.

Erste Untersuchungen in der „Deutschlandstudie 2019: Wohnraumpotenziale in urbanen Lagen, Aufstockung und Umnutzung von Nichtwohngebäuden“ der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts zeigen, dass in Berlin durch Nachverdichtungen (Aufstockungen, Umnutzung, Erweiterung) zwischen 50.000 und 100.000 neue Wohnungen geschaffen werden könnten.