Werksbesuch mit Ministerin Mittelstädt bei MAX Holzbau: Bilanz aus drei Jahren HC2B und der Blick nach vorn

Ein Nachmittag in Trampe im Landkreis Barnim: Werksführung durch einen der etablierten Holzbaubetriebe der Region, Bilanz aus drei Jahren HC2B-Förderung, eine offene Debatte über regionale Wertschöpfung mit dem Rohstoff Holz. Der Besuch von Ministerin Hanka Mittelstädt (MLEUV) bei MAX Holzbau war für Landesbeirat und Cluster in vielerlei Hinsicht ein wichtiges Signal.

Anlass: HC2B abgeschlossen, Cluster verstetigt

Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg und Holzbaucluster Berlin-Brandenburg waren zu Gast bei ihrem Mitglied MAX Holzbau am Standort Trampe. Wir haben den Termin auch zum Anlass genommen, der Ministerin Hanka Mittelstädt (MLEUV) persönlich die Bilanz des Projekts HC2B – Holzbaucluster Berlin-Brandenburg vorzustellen. Das Projekt wurde vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLEUV) drei Jahre lang gefördert und ist Ende 2025 planmäßig ausgelaufen. Der Werksbesuch bot die passende Gelegenheit, die Ergebnisse dieser Förderperiode gebündelt zurückzuspiegeln und die zentrale Botschaft persönlich zu übermitteln: Aus HC2B ist eine tragfähige Struktur geworden und MAX Holzbau, einer der aktivsten PLUS Partner, ein top Beispiel für ein in der Region verankertes Holzbauunternehmen.

Was aus HC2B geworden ist

Die HC2B-Förderung hat den strukturellen Rahmen geschaffen, in dem das regionale Holzbau-Netzwerk der Metropolregion Berlin-Brandenburg heute steht. In drei Jahren sind rund 45 Fachveranstaltungen entstanden, 2024 folgte im Anschluss an den Deutschen Holzbaukongress die Gründung des Holzbaucluster Berlin-Brandenburg. Parallel wurde eine regelmäßige Seminarreihe in Kooperation mit den Architektenkammern Berlin und Brandenburg aufgebaut. Höhepunkt war die Auslobung und Vergabe des ersten gemeinsamen Holzbaupreises Berlin-Brandenburg 2025 samt der daraus entstandenen Broschüre „Kommunale Gebäude in Holz“, die inzwischen an Kommunen in der ganzen Region ausgeliefert wird.

Genauso wichtig ist die Netzwerkarbeit dahinter. Das Cluster wächst kontinuierlich; aktuell sind 56 Mitglieder aus der gesamten Wertschöpfungskette Wald-Holz-Bau eingebunden, davon 15 PLUS Partner, die das Cluster aktiv finanziell und inhaltlich tragen. Von Forstverwaltung und Wissenschaft (u. a. Landesforstbetrieb, HNEE Eberswalde, TU Berlin Natural Building Lab) über planende Büros und Industrie bis zu ausführenden Betrieben und Bauherren ist die Kette in der Region so dicht verknüpft wie seit langem nicht.

Die entscheidende Botschaft an das MLEUV: Das Cluster trägt sich nach Auslauf der Förderung inzwischen zu einem wesentlichen Teil selbst, über Mitgliedsbeiträge, PLUS Partnerschaften und Seminareinnahmen. Ohne die drei Jahre HC2B wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen. Dafür ausdrücklich: Vielen Dank an Ministerin Mittelstädt und das MLEUV für die verlässliche Unterstützung.

Bei MAX Holzbau in Trampe

Dass der Termin am Standort Trampe stattfand, war kein Zufall. MAX Holzbau ist eines unserer aktiven Mitgliedsunternehmen, war selbst Partner im HC2B-Projekt und ist jetzt einer unserer aktivsten PLUS Partner. Das 1995 gegründete mittelständische Unternehmen beschäftigt heute rund 80 Mitarbeitende an drei Standorten in Berlin, Ruhlsdorf und Trampe. Von Trampe aus fertigt und montiert das Unternehmen Fassaden- und Dachelemente in Holzrahmenbauweise für Wohn- und Gewerbeobjekte in ganz Berlin und Brandenburg. Als Generalunternehmer und Generalübernehmer realisiert MAX Holzbau darüber hinaus schlüsselfertige Gebäude vom Einfamilienhaus über Kitas bis zu mehrgeschossigen Objekten und deckt die integrale TGA-Planung im Holzbau mit einem eigenen Team ab.

Nachhaltigkeit ist bei MAX Holzbau nicht nur in der Bauweise verankert, sondern auch im Betrieb. Am Standort Trampe wird die Wärmeversorgung über eine Biomasseheizung sichergestellt, die Produktionsreste energetisch verwertet; in Ruhlsdorf sorgt eine Photovoltaikanlage für Eigenstromversorgung.

Geschäftsführer Burkhardt Schröder führte persönlich durch die Produktionshallen und gab in der anschließenden Diskussion offene Einblicke in die betriebliche Realität, von der Materialbeschaffung über Qualitätsanforderungen bis zu den Erfahrungen mit verschiedenen Holzarten in Fassaden, Konstruktionsholz und Innenausbau. Diese Praxisperspektive ist unbezahlbar, wenn politische und fachliche Debatten über Holzbau nicht am Sachverhalt vorbeiführen sollen. Danke dafür.

Regionale Wertschöpfung mit dem Rohstoff Holz, insbesondere Kiefer

Im Zentrum des fachlichen Austauschs stand die Frage, wie mehr Holz aus der Region und insbesondere die märkische Kiefer in langlebige Gebäude gebracht werden kann. Brandenburg ist mit rund 80 Prozent Kiefernanteil im Wald das Kiefernland Deutschlands. Für den regionalen konstruktiven Holzbau spielt die Kiefer bislang jedoch eine deutlich kleinere Rolle, als es die Rohstoffbasis nahelegen würde. Ein großer Teil des im mehrgeschossigen Holzbau eingesetzten Nadelholzes stammt heute aus Süddeutschland, Österreich, Tschechien oder Skandinavien.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Sie liegen in den technischen Eigenschaften der Kiefer, in Fragen der Verarbeitungs- und Trocknungslogistik, in etablierten Marktroutinen und nicht zuletzt in bundesweit angewandten Bewertungsgrundlagen für Innenraumluftqualität und Gebäudezertifizierung, die für heimisches Nadelholz nicht in allen Punkten praxisgerecht sind. Wir sehen darin eine Aufgabe, die sich aus dem Zusammenspiel von Forschung, Industrie, Handwerk und Politik lösen lässt. Hier setzt unsere Arbeit im Landesbeirat und im Cluster an: die Verwendungsmöglichkeiten der Kiefer im Bauen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, praktischer Erfahrung und regional gelebter Beispielprojekte fachlich zu untermauern und Vorbehalte gegenüber der Holzart differenziert einzuordnen.

Frau Ministerin Mittelstädt hat zugesagt, diese Agenda auf Landesebene weiter zu begleiten. Wir freuen uns darauf, gemeinsam einen konstruktiven Weg zu gehen, auf Landesebene wie mit Blick auf die bundesweiten Rahmenbedingungen für heimisches Nadelholz im Bauen.

Reallabor: Wertschöpfungskette Kiefer live durchgespielt

Wie eine solche regionale Wertschöpfungskette in der Praxis aussehen kann, zeigt das Projekt Holz-Lehmbau Campus in Berlin-Weißensee, ein gerade fertiggestelltes Holzkompetenzzentrum, das zugleich die neue Geschäftsstelle der B&O Bau wird. Umgesetzt wurde es gemeinsam mit Bauhaus Erde, dem Planungsbüro Sauerbruch Hutton, dem Industrieverband Lehmbaustoffe und dem Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg. Hier ist die regionale Wertschöpfungskette der Kiefer konsequent vom Wald über Sägewerk und Verarbeitung bis ins Gebäude durchgespielt worden. Zusammen mit den Materialien Lehm, Stroh und Holzspänen entsteht ein Gebäude, das nicht nur atmosphärisch stimmig ist, sondern auch beweist: Regionaler Rohstoffbezug, ambitionierter Klimaschutz und hohe architektonische Qualität lassen sich zusammen denken, wenn die Beteiligten der Wertschöpfungskette es zusammen wollen.

Fortsetzung des Holzbaupreises Berlin-Brandenburg

Der Holzbaupreis Berlin-Brandenburg 2025 war eine Erfolgsgeschichte mit nationaler Strahlkraft. Erstmals gemeinsam von beiden Ländern ausgelobt und mit einer Vielzahl herausragender Einreichungen aus der ganzen Region gewürdigt, hat er gezeigt, wie viel Holzbaukompetenz in der Metropolregion vorhanden ist, von Bildungsbauten über Wohnungsbau bis zu Sonderbauten. Ministerin Mittelstädt hatte die Preise 2025 selbst auf dem Podium überreicht und dabei die Bedeutung des Formats für die Sichtbarmachung regionaler Holzbaupraxis unterstrichen. An dieses positive Echo knüpfen wir an. Aus Berlin liegen positive Signale zur Fortführung vor, und auch aus Brandenburg sehen wir großes Interesse, den Preis in den kommenden Jahren gemeinsam weiter zu tragen. Wir arbeiten aktuell an der Fortführung und werden im Newsletter über den Verlauf informieren.

Ausblick

Der Werksbesuch in Trampe hat noch einmal deutlich gemacht, worum es bei unserer Arbeit im Kern geht: den Rohstoff Holz aus unserer Region in Gebäude bringen, die dauerhaft CO₂ speichern, den klimagerechten Waldumbau stützen und die regionale Wirtschaft stärken. Mit den Strukturen aus HC2B, einem wachsenden Netzwerk und einer Landespolitik, die den Weg der regionalen Wertschöpfung weiter mitgeht, sind die Voraussetzungen dafür so gut wie lange nicht.

Danke an MAX Holzbau, an Burkhardt Schröder und sein Team, für die Gastfreundschaft, die Werksführung und die offene Diskussion. Danke an Ministerin Hanka Mittelstädt und das MLEUV für das anhaltende Interesse an unserer Arbeit und die klare Zusage, die Agenda regionaler Wertschöpfung mit Holz gemeinsam weiter zu verfolgen. Und danke an alle im Netzwerk, die HC2B in den letzten drei Jahren mit Leben gefüllt haben. An dieses Fundament knüpfen wir jetzt an.