15 Wohnungen, vier Geschosse, ein Staffelgeschoss in Holzfertigteilen und ein Bauunternehmen, das seinen Werkzeugkasten konsequent erweitert. Am Mühlweg zeigt unser PLUS-Partner Schrobsdorff Bau, wie etablierte Berliner Hochbauunternehmen Holzkompetenzen aufbauen. Das ist genau die Breite, die der Holzbau braucht.
Im Rückblick auf den 7. Deutschen Holzbaukongress stand die Frage im Raum: Wie kommt Holzbau schneller in die Breite und wie wird klimafreundliches Bauen mit Holz im Alltag des Wohnungsbaus selbstverständlicher?
Am Mühlweg/Stillerzeile 45A in Treptow-Köpenick entsteht dazu ein konkretes Beispiel. Die degewo realisiert dort gemeinsam mit unseren beiden PLUS-Partnern Schrobsdorff Bau und Arche Naturhaus, unter Planung der Wilk-Salinas Gesellschaft von Architekten mbH ein neues Mehrfamilienhaus mit 15 Wohnungen.
Das Projekt zeigt durch eine durchdachte Hybridlösung unter realen städtischen Bedingungen, wie Holzbau Schritt für Schritt im normalen Berliner Wohnungsbau ankommt. Es verbindet neuen Wohnraum, effiziente Vorfertigung, CO₂-reduzierte Materialien und klimaschonende Gebäudebausteine zu einem praxisnahen Gesamtansatz. Das Gebäude erhält vier Geschosse mit zurückgesetztem Staffelgeschoss, insgesamt rund 1.115 m² Wohnfläche mit Wohnungen zwischen 36 und 124 m². Alle Wohnungen verfügen über Loggien oder innenliegende Balkone, dazu kommen 38 Fahrradstellplätze, ein begrünter Innenhof und neue Pflanzungen.
Aus Holzbauperspektive ist vor allem das Staffelgeschoss interessant
Arche Naturhaus setzt hier den Holzbau in Holzrahmenbauweise um und nutzt zentrale Vorteile des Materials: Holz ist leicht, gut vorzufertigen und schnell zu montieren. Gerade bei innerstädtischen Projekten mit engen Flächen, laufendem Quartiersbetrieb und klaren Bauzeiten sind das wichtige Stärken. Auch die weiteren Bausteine des Projekts zeigen den Anspruch: CO₂-reduzierter Beton, vorgefertigte Elemente, ein begrüntes Dach mit Solaranlage und Regenwasserversickerung. Auf eine Unterkellerung wird verzichtet, wodurch zusätzlicher Materialeinsatz vermieden wird.
Für Schrobsdorff Bau ist das Projekt ein wichtiger Schritt in Richtung hybrider und nachhaltiger Baupraxis. Das Unternehmen bringt viel Erfahrung aus dem klassischen Berliner Hochbau mit und erweitert diese Kompetenz nun um konkrete Holzbauanteile mit Arche Naturhaus im Wohnungsbau. Genau darin liegt aus unserer Sicht ein großer Wert für die Branche: Mehr Holzbau entsteht nicht allein durch spezialisierte Holzbauunternehmen. Er braucht auch erfahrene Bauunternehmen, die neue Bauweisen aufnehmen, Schnittstellen verstehen und sie zuverlässig in laufende Projekte übersetzen.
Hier zeigt sich die Stärke des Holzbauclusters Berlin-Brandenburg. In den vergangenen Monaten konnte unser Netzwerk genau an dieser Stelle unterstützen, fachliche Impulse setzen und holzbauerfahrene Expert:innen vermitteln.
Beim Richtfest sprach die degewo von „Bauen mit Blick auf morgen“. Das Projekt am Mühlweg macht sichtbar, was damit gemeint ist: bezahlbarer Wohnraum, kluger Materialmix, Holzbau dort, wo er konstruktiv und ökologisch sinnvoll ist. So wächst Holzbau Schritt für Schritt in die Breite.
Zum Projekt Mühlweg/Stillerzeile 45A
