Die Bundesbauministerin setzte das Signal, die Fachblöcke zeigten die Richtung: höher, zirkulärer, stärker auf den Bestand ausgerichtet. Der Landesbeirat Holz war mit Stand, neuer Broschüre und neuem PLUS-Partner präsent. Die entscheidende Frage des Kongresses war dieselbe, die den Holzbau noch weiter begleiten wird: Wie kommen wir schneller von vielen Leuchtturmprojekten in die Fläche?

Der 7. Deutsche Holzbaukongress in Berlin hat einmal mehr gezeigt, wie viel Aufbruch, Kompetenz und Projekterfahrung in unserer Branche steckt und er hat zugleich die Leitfrage geschärft, die uns noch weiter begleiten wird: Wie schaffen wir es, dass klimafreundliches Bauen mit Holz schneller von vielen Leuchttürmen zum selbstverständlichen Standard wird?

Den Auftakt setzte Bundesbauministerin Verena Hubertz mit einem klaren Bekenntnis zum Holzbau: „Holz ist für mich ganz klar ein Pfeiler, wenn es darum geht, die baupolitischen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Wenn wir schneller, günstiger und klimafreundlicher bauen wollen, führt am Holzbau kein Weg vorbei. Die Branche ist innovativ, mutig und bereit für den großen Aufbruch. Das ist genau die Richtung, die wir brauchen für mehr bezahlbaren Wohnraum.“
Im anschließenden Austausch fühlte ihr unser Vorstandsvorsitzender Dr. Denny Ohnesorge zu den drängenden Fragen rund um Genehmigungsprozesse, Förderkulissen und den politischen Rahmen für klimafreundliches Bauen auf den Zahn. Am Abend gratulierte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer allen prämierten Projekten bei der Verleihung des HolzbauPlus Preises 2026 der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), ein starkes Signal, dass Holzbau auf beiden Bundesebenen, Bau und Landwirtschaft, als wichtiges Thema verstanden und gewürdigt wird.

Starker gemeinsamer Auftritt
Der Gemeinschaftsstand des Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg war über beide Tage ein zentraler Treffpunkt für Austausch, Vernetzung und neue Kontakte. Ein großes Dankeschön an die Partner und Mitglieder, die den Stand mit Leben gefüllt haben: Arche Naturhaus GmbH, B&O Bau, TedWaldi GmbH, KURZ KG, Sto und ProGeo®. Der Kongress hat auch fachlich gezeigt, wie viel Kompetenz in unserem Netzwerk steckt: Andreas Rödel (ProGeo) zum Feuchtemonitoring, Friederike Münn (B&O) zu gesunden Innenräumen im Holz-Hybridbau, Iris Oelschläger (DeO) zum CO₂-reduzierten Quartier „Rotbuckow“ und natürlich die traditionelle Abschlussrede unseres Vorstandsmitglieds Ansgar Hüls, längst eine Institution des Kongresses.

Was uns die Fachblöcke mitgegeben haben
Der zweite Kongresstag machte deutlich, wohin sich der Holzbau entwickelt: höher, systemischer, zirkulärer und stärker auf den Bestand ausgerichtet. Im Themenblock HolzHochHaus zeigten internationale Projekte – Atlassian Central in Sydney, Beispiele aus Amsterdam und Finnlands aktuell höchstes Holzgebäude – den Holzbau in ganz großen Maßstäben. Mit dem Veranstaltungszentrum KARLA, Deutschlands höchstem Holz-Hybrid-Gebäude, wurde zugleich deutlich, welche Rolle hybride Systeme künftig spielen können, wenn Höhe, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zusammengedacht werden.
Der Block Revitalisierung rückte einen der wichtigsten Trends in den Mittelpunkt: Umbau statt Neubau. Aufstockungen, Umnutzungen und Erweiterungen zeigen, wie serielle Holzbauweisen bestehenden Gebäuden neue Perspektiven eröffnen können. Bei ReUse wurde sichtbar, dass Zirkularität im Holzbau keine ferne Vision mehr ist: wiederverwendete Bauteile, neue Tragwerkssysteme und kluge Rückbaukonzepte zeigen, wie aus Materialkreisläufen konkrete Baupraxis wird. Und unter dem Titel „Jede Tonne zählt“ wurde die CO₂-Frage konsequent weitergedacht, vom Material über den Betrieb bis zur technischen Umsetzung. Besonders eindrucksvoll waren Projekte, die Holz mit weiteren nachwachsenden und mineralischen Baustoffen wie Stroh und Lehm kombinieren, ebenso wie genossenschaftliche Quartiersansätze mit messbarem Klimabeitrag.

Die gemeinsame Botschaft dieser Fachblöcke war klar: Der Holzbau liefert konkrete Antworten auf die zentralen Fragen des Bauens – Bestandserhalt, Ressourceneffizienz, Klimaschutz, Wohnraum und Kreislauffähigkeit. Er muss jetzt von vielen Leuchtturmprojekten stärker in die Breite wachsen.

Landesbeirat Holz und Holzbaucluster Berlin-Brandenburg auf dem Kongress
Pünktlich zum Kongress konnten wir unsere neue Broschüre „Kommunale Gebäude aus Holz“ vorstellen. Auf Basis der Einreichungen unseres Holzbaupreises Berlin-Brandenburg 2025 macht sie sichtbar, was im öffentlichen Bauen mit Holz heute bereits möglich ist und künftig noch selbstverständlicher werden sollte. Außerdem durften wir auf dem Kongress EGGER als neuen PLUS-Partner im Holzbaucluster Berlin-Brandenburg begrüßen. Herzlich willkommen! Mehr dazu finden Sie weiter unten in diesem Newsletter.

Unser Dank gilt dem Team von FORUM HOLZBAU, allen Partnern, Mitgliedern, Mitwirkenden und den vielen interessierten Besucher:innen. 
Der Kongress hat eines eindrucksvoll bestätigt: Die Zukunft des Bauens ist zirkulär, hybrid, ressourcenschonend und mit Holz.

 

Zur Broschüre des Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg